Eine Woche für Gleichberechtigung

Eine Woche für Gleichberechtigung

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Die darauffolgende Woche bot die Gelegenheit, in allen Klassen von der Vorschule bis zur 5. Klasse intensiv zum Thema Gleichstellung von Mädchen und Jungen zu arbeiten: die EQUITY WEEK, die vom 9. bis 13. März 2026 stattfand.

In der Vorschule beschäftigten sich die Kinder mit dem Bilderbuch „Echte Kerle“ und nahmen an Gesprächen anhand von Fotos teil, die Themen wie Sport, Kleidung oder Situationen aus dem Schulalltag auf dem Pausenhof aufgriffen.

In der Grundschule gestalteten die Klassen von der 1. bis zur 5. Klasse Plakate und Zeichnungen, Comicseiten und kurze Texte zum Thema Gleichberechtigung. Sie schrieben Gedichte und Akrosticha zur Gleichstellung und Vielfalt, ausgehend von Diskussionen über Frauen, die Geschichte geprägt haben oder noch prägen (z. B. Anne Frank), sowie über literarische Heldinnen wie Claudine de Lyon. Einige Klassen organisierten philosophische Workshops, Debatten über Gesetze, über Berufe ohne geschlechtsspezifische Zuordnung sowie Gespräche über die geringe Zahl von Frauen im Wiener Philharmonischen Orchester und deren aktuelle Entwicklung.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 und 5 lasen täglich Statistiken über die Lautsprecheranlage vor, um Zahlen mit der gesamten Schulgemeinschaft zu teilen und so auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Dieser Austausch eröffnete Gespräche über den Zugang zu Rechten, zu naturwissenschaftlichen Bildungswegen und zu Berufen sowie eine gemeinsame Reflexion über Respekt, Gleichstellung und die Gestaltung einer gerechteren Zukunft.

Die Schülerinnen und Schüler lernten zudem Lieder wie „Madame Simone Veil“, „Because I Am a Girl“ oder „C’est tout comme“.

Einige der vorgestellten Zahlen und Aussagen:

 – In 67 Ländern gelten häusliche Gewalttaten nicht als Straftat.

 – In den Vereinigten Staaten wurden innerhalb von weniger als 20 Jahren 300.000 Kinder verheiratet, überwiegend junge Mädchen, teilweise erst zehn Jahre alt. Diese Ehen sind in 43 von 50 Bundesstaaten legal, und in neun davon sogar ohne Altersgrenze.

 – Weltweit sind nur 22,8 % der Ministerinnen und 26,5 % der Parlamentarier Frauen (IPU, UN Women, 2023).

 – In 100 Ländern gibt es noch immer kein Gesetz, das gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit garantiert.

Aber auch inspirierende Zitate wurden geteilt:

 – „Gleichheit ist ein lebenswichtiges Bedürfnis der menschlichen Seele.“ – Simone Weil – 1927–2017 – Politikerin, Schriftstellerin, Ministerin

 – „Die Gleichstellung der Geschlechter erfordert das Engagement von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen. Jeder trägt Verantwortung.“ – Ban Ki-moon – Diplomat, Staatsmann, Politiker, Minister (1944–)

„Die Liebe zur Demokratie ist die Liebe zur Gleichheit.“ – Montesquieu Montesquieu – Künstler, Schriftsteller, Philosoph (1689–1755)

Einige Aktivitäten werden weiterhin fortgeführt: ein Lese-Rallye-Projekt in der 3. Klasse, Beobachtungen zur geschlechtsspezifischen Nutzung des Schulhofs in den Klassen 4 und 5 sowie Überlegungen dazu, wie eine Kultur der Gleichberechtigung konkret im Schulalltag verankert werden kann.

Während der gesamten Woche trugen Kinder und Erwachsene der Schule ein violettes Kleidungsstück oder Accessoire als Zeichen ihres Engagements.

Die Woche der Gleichstellung in der 8. Klasse

Im Rahmen des Unterrichts reflektierten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse gemeinsam mit ihrer Mathematiklehrerin über Bias in der künstlichen Intelligenz — systematische und ungerechte Fehler in KI-Antworten, die häufig auf unvollständige oder verzerrte Darstellungen der Realität zurückzuführen sind.

Ziel der Unterrichtseinheiten war es, die Frage der Gleichstellung von Mädchen und Jungen zu untersuchen und dabei insbesondere die Möglichkeiten und Grenzen von KI-gestützten Bildgeneratoren sichtbar zu machen.

Die Schülerinnen und Schüler testeten mit neutral formulierten Prompts Bildgeneratoren für Porträts in verschiedenen Berufsfeldern, um zu prüfen, ob das System eher Männer oder Frauen darstellt. Die Ergebnisse waren teilweise überraschend und spiegelten häufig Klischees, Stereotype, Vorurteile und bestehende Ungleichheiten wider.

Anschließend analysierten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die erzeugten Bilder, identifizierten mögliche Verzerrungen und hinterfragten die zugrunde liegenden Algorithmen.

Diese Analyse verdeutlichte die Verantwortung der Gesellschaft bei der Entwicklung und Nutzung von KI sowie die Notwendigkeit, diese Technologien kritisch zu betrachten, um Verzerrungen zu erkennen und zu korrigieren.

Die Schülerinnen und Schüler diskutierten zudem mögliche Lösungsansätze, etwa die Förderung von Mädchen in den Bereichen Informatik und digitale Technologien, um die Vielfalt in Entwicklungs- und Forschungsteams zu erhöhen.

Im Rahmen ihres digitalen Kompetenzprogramms absolvieren die Schülerinnen und Schüler zwei PIX-Module zur künstlichen Intelligenz, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in diesem Bereich weiterzuentwickeln.

Eine Woche voller Lernen und Austausch, die allen Beteiligten geholfen hat, die Herausforderungen der Gleichstellung besser zu verstehen und sich aktiv für eine Kultur des Respekts und der Gerechtigkeit innerhalb der Schulgemeinschaft einzusetzen.

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